Nach einiger Zeit der Internetabwesenheit sind wir nun in León im Norden Nicaraguas und haben das süße “Hostal Madrid” mit W-Lan gefunden. So kann ich nun in Ruhe über die Geschehnisse der letzten Woche berichten.
Zunächst ging es von Samara nach Nosara, genauer gesagt zur Playa Guiones. Nach einem unerbittlichen Marsch mit vollem Gepäck unter der Mittagssonne entschieden wir uns für das Hostel “Kaya Sol”. Ein wunderschönes Areal mit Swimmingpool, zumal wir Glück hatten und ein 6-er Dorm mit eigener Küche und Bad für uns allein hatten. Abends und morgens gab es perfekte Surfbedingungen mit 4-6 Fuß hohen Wellen und Tagsüber verbrachten wir den Tag am Pool mit lesen, schlafen, chillen… Es fiel schwer uns Loszureißen, aber letztlich mussten wir uns eingestehen, dass Costa Rica auf Dauer zu Teuer wurde.
Also ging es nach Nicaragua… Nach dem wir eine Eintrittsgebühr von 6$ p.P. gezahlt hatten, fuhren wir zunächst nach San Juan del Sur. Ein entzückendes kleines Fischerstädtchen mit kleinen bunten Häusern und angenehmer touristischer Infrastruktur. Per Transitbus konnte man Playa Madera erreichen und in einer kleinen Bucht, kleine aber feine Wellen genießen. Abends gab es dann gegrilltes Hühnchen und dazu kaltes Bier.
Grundsätzlich ist Nicaragua ganz anders als Costa Rica. Man spürt schon, dass das Land ärmer ist und die Infrastruktur schlechter, aber dafür wirkt Nicaragua echter und weniger beeinflusst von den USA. In Costa Rica läuft überall amerikanische Musik, die Menschen sprechen einen Grundsätzlich auf English an und das ganze Land wimmelt nur so von “Gringos”. Dagegen wirkt Nicaragua natürlicher und erfüllt eher die Erwartungen an ein typisches Central Amerikanisches Land.
Per amerikanischen Schulbus ging es von San Juan weiter nach Playa Popoyo. Eine kleine Gemeinschaft von Häusern entlang eines, wegen seines Surfspots bekannten, Strandes. Indess hatten wir nicht mit der geringen Infrastruktur vor Ort gerechnet und so war der nächste Geldautomat 2 Stunden Busfahrt zurück entfernt. Wir zählten unser knappes Bargeld, suchten uns ein billiges Hostel und kauften in der einzigen Pulperia (so was wie ein kleiner Späti) einige Kleinigkeiten um ein Pasta-Abendessen zu zaubern. Das Hostel “Popoyo Loco” ist eine charmante Unterkunft, die von einem Italiener namens Paolo geführt wird. Alles ist sehr einfach gehalten, dafür aber sehr Preiswert. An der Flussmündung am Strand lief indes eine fette Welle (10 ft). Ein bisschen beklommen paddelte ich raus und hatte gleich Glück eine zu erwischen. Leider hatte ich bei meiner zweiten Welle weniger Glück und zerbrach mein Board. Somit stand fest, dass wir am nächsten Tag wegen Geldmangel und der Suche nach einem neuen Board weiterziehen mussten.
Am nächsten morgen überquerten wir um 7 Uhr bei Ebbe mit unserem Gepäck den Fluss und liefen durch die Lagunen und die Salinen in ca. 20 Minuten bis nach Las Salinas. Von dort kamen wir per Anhalter bis nach Rivas, um von dort mit einem weiteren amerikanischen Schulbus via Managua nach Pochomil zu fahren. Nach 7 Stunden Reise kamen wir in einer Geisterstadt an. Nicht dass die Ortschaft ausgestorben gewesen wäre, aber es Reihten sich entlang des Strandes ein Restaurant an das andere, ohne dass weit und breit ein Tourist zu sehen wäre. Wir nahmen zunächst ein überteuertes Mahl zu uns und suchten uns eine Unterkunft. Bei Johana fanden wir ein schäbiges Zimmer ohne funktionierendes Klo…Die Toiletten sind in diesem Land eine echte Herausforderung! Wir tranken einfach eine Menge Bier und fielen in traumlosen Schlaf. Am nächsten morgen lernte ich die örtlichen Surfer kennen und zusammen machten wir uns auf die Suche nach einem Board. Leider war auch dieser Versuch nicht von Erfolg gekrönt.
So reisten wir wieder zurück nach Managua und via León nach Las Peñitas. Einem kleinen Strandörtchen mit Cafés, Hostels und Restaurants entlang der Uferpromenade. Nach einem kleinen Marsch durch den Regen (hier hat Regen seinen Namen wahrlich verdient) kamen wir im Hostal Oasis unter. Zwei entspannte Standtage mit mittelmäßigen Surfbedingungen später sitzen wir nun 20 Km weiter in León und explorieren den Charme dieser Kolonialstadt.





